Ist Design messbar?

by Bernd Huth

Was ist Design?

Um Design messen zu können muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, was Design eigentlich ist und was es leistet. Es gibt viele unterschiedliche Definitionen, Ansätze oder Philosophien um sich dem Thema Design zu nähern.

Design ist keine Eigenschaft, die einem Produkt als ästhetisches Extra hinzugefügt werden kann. Design ist auch kein Attribut, das ein Produkt hat und ein anderes nicht. Design ist vielmehr ein geplanter und umfassender Gestaltungsprozess, der durch mehrere Personen und in mehreren Arbeitsschritten realisiert wird.

Oxford English Dictionary

Diese, zugegebenermaßen noch etwas vage, Definition des Oxford English Dictionary bietet hier trotzdem schon einen sehr guten Ansatz, da sie auf den prozesshaften Charakter des Designs verweist. In diesen Prozess sind im Idealfall Experten aus den unterschiedlichsten Disziplinen involviert: Marketing, Vertrieb, Technik, Design…
Die Experten bringen ihre jeweilige Kompetenz und Expertise in den Designprozess mit ein. Am Ende steht dann ein Produkt mit einer Vielzahl von Eigenschaften, die Ausdruck dieses Prozesses sind.

Designer steht vor Whiteboard und schafft messbaren Erfolg durch Design

Was leistet Design?

Design is more than a feeling: it is a CEO-level priority for growth and long-term performance.

McKinsey Quarterly, October 2018

In einer Zeit, in der sich viele Produkte weder technisch noch im Preis deutlich voneinander abheben, wird Designqualität immer häufiger zu einem entscheidenden Verkaufsargument. Gutes Design ist beispielsweise in der Lage, Gebrauchsfunktionen zu visualisieren und so die Nutzung des Produktes zu vereinfachen. Darüber hinaus ist Design ein wichtiger Faktor der Markenbildung und Kundenbindung. Die Wiedererkennbarkeit der Marke/Produkte gibt dem Kunden Orientierung und Vertrauen. Oftmals hilft Design zusätzlich auch Produktions- bzw. Produktentwicklungskosten zu senken und eine Nachahmung zu erschweren. Designbedingte Produkterfolge können überdies eine höhere Preisbereitschaft und dadurch eine höhere Wertschöpfung pro Produkt sein. Auch die mediale Aufmerksamkeit ist bei einem gut gestalteten Produkt sicherlich größer.

Viele Unternehmen haben das Thema Design bereits fest in ihre Unternehmensstrategie integriert und sind damit sehr erfolgreich.

Wie aber lässt sich dieser designbedingte Erfolg nun genau messen und in Zahlen fassen?

Eine Möglichkeit ist beispielsweise das Value-Pricing. Bei dieser Methode wird der Preis eines Produkts basierend darauf bestimmt, was Kunden denken, was es wert ist und was sie zu zahlen bereit sind. Üblicherweise findet die Preisfindung über Cost-Plus-Pricing statt, also Herstellungskosten zuzüglich des angestrebten Gewinns. Vergleicht man nun die auf diese Weise gefundenen Preise, lässt sich der durch Design erzeugte monetäre Mehrwert bestimmen.

Gutes Design ist aber keine quantifizierbare Wissenschaft, hier helfen mathematische Formeln nur wenig. Vielmehr braucht es Mut, Visionen, ein hervorragendes Expertenteam und einen gut geführten Kreativprozess – außerdem sollte man keine Angst davor haben mal zu scheitern und auch daraus zu lernen.

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